
Seit 30 Jahren eine Erfolgsgeschichte für die regionale Wirtschaft:
(Traunstein.awi). Die XVI. Gewerbeschau Truna ist am Samstag Vormittag in Traunstein auf dem Volksfestplatz eröffnet worden. In Anwesenheit der bayerischen Staatsministerin für Justiz und Verbraucherschutz Dr. Beate Merk, Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl, seines Berchtesgadener Land Kollegen Georg Grabner, Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke sowie vielen regionalen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Behörden, Schulen und Kirchen eröffnete der 1. Vorsitzende des Gewerbeverbands Traunstein, Franz Ober nach einem symbolischen Durchschneidens eines blauen Bandes im Eingangsbereich des Messegeländes an der Chiemgauhalle die 9 Tage dauernde Gewerbeschau. Ober ging in seiner Rückschau auf die vergangenen 30 Jahre der Truna ein: „Viele Aussteller, die Messegesellschaft Orion und der Gewerbeverband haben die Truna weiterentwickelt.“ Ausdrücklich erwähnte er das Engagement des früheren Vorsitzenden des Gewerbeverbandes Herbert Koch: „Die Schau ist nur möglich gewesen, weil einige wenige den Mut zu diesem Projekt gehabt haben.“ Die Aussteller in diesem Jahr würden für „Lokalität, Regionalität und Globalität“ stehen. Ihre Teilnahme an der diesjährigen Gewerbeschau sei ein positives Zeichen: „In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zeigen die Firmen Zuversicht.“
Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke freute sich über die gute Beteiligung von über 230 Ausstellern: „In diesen Tagen wird die wirtschaftliche Stärke in unserer Region präsentiert.“ Besonders freue ihn, dass sich die Truna „in den vergangenen Jahren zu einem Markenzeichen für unsere Stadt entwickelt habe.“ Dem Lob für das regionale Handwerk, das mit ihrem hohen Ausbildungsgrad eine „wichtige Stütze“ für den Arbeitsmarkt und die Ausbildung junger Menschen sei, lies er einen Überblick über die einzelnen Fachrichtungen der Aussteller folgen. „Die Themen 'Bauen, Wohnen und Energie' spielen in diesem Jahr eine grosse Rolle. Die heimischen Betriebe haben hier den Trend der Zeit erkannt und sich entsprechend gut positioniert.“
Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl ging auf das wirtschaftliche Potential in der Region ein: „Die Truna ist die richtige Plattform dafür, sich als dynamischer Standort zu präsentieren.“ Er wies auf richtungsweisende Zukunftsinvestitionen hin und nannte hier unter dem lang anhaltenden Beifall der rund 300 geladenen Gäste neben der flächendeckenden Breitbandversorgung insbesondere auch den 6-spurigen Ausbau der A 8. Die überregionale Akzeptanz der Truna sei u.a. auch durch die Anwesenheit des Landratsamtskollegen aus dem Berchtesgadener Land Georg Grabner dokumentiert, wie er bei dem Hinweis auf den Zusammenschluss der Kreiskliniken in den Landkreisen erwähnte.Die aus dem chinesischen Hangzhou gekommenen Aussteller begrüsste er mit einem in Landessprache gesprochenen Gruß an die am Weitesten gereisten Aussteller.
Dr. Beate Merk, Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz wies in ihrem Grusswort darauf hin, dass sie sich im Chiemgau sehr wohl fühle: „Das ist die schönste Region, die man sich vorstellen kann.“ Die Truna dokumentiere die „Leistungsstärke und Vitalität“ der regionalen Wirtschaft lobte sie den Mittelstand: „Der Mittelstand ist das Rückgrad unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft.“ Wichtig sei ihr gerade in Sachen Verbraucherschutz die Frage, wo Lebensmittel angebaut und produziert würden: „Die Regionalität muss gefördert und hoch gehalten werden“, appellierte sie an den Kauf regionaler Produkte. Viele angesprochen Punkte waren so recht nach dem Geschmack der geladenen Gäste: Die Reduzierung der Einkommens- und Erbschaftssteuer, die Angleichung des Mehrwertsteuersatzes an die Nachbarländer für das Hotel- und Gaststättengewerbe um hier „mehr Wettbewerbsgerechtigkeit“ zu schaffen oder auch die Begrenzung von ausuferndern Bonifikationszahlungen für Vorstände grosser Unternehmen. „Wir müssen zur sozialen Marktwirtschaft zurück kehren. Wir brauchen klare Werte und klare Ziele.“
Eine Lanze brach sie für die Landwirte und Milchbauern, deren Aufwand und die dafür erhaltene Bezahlung für die Milch in einem eklatanten Missverhältnis stünden: „Ich kann das Verhalten der Bauern gut nachvollziehen.“ Sie wies bei den derzeit gezahlten Preisen neben den negativen wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte darauf hin, dass wir „unsere kulturelle Identität verlieren würden. Ohne die fleissigen Hände unserer Landwirte ist Bayern um Vieles ärmer.“
Dringend nötig sei die flächendeckende Versorgung mit der Breitbandtechnik und der Ausbau der Infrastruktur, das sie am Beispiel der A 8 erläuterte. Ein Lob hatte sie auch für das regionale Zahlungsmittel „Chiemgauer“: „Das ist ein Erfolgsmodell und ein Beispiel für ganz Deutschland.“ Anschliessend informierte sich Merk in ihrem Durchgang durch die Messehallen über das ausgestellte Angebot.
Wieder gut sortiertes Angebot verschiedener Aussteller
Wie schon in den Jahren zuvor, präsentiert sich die Druckerei und Schreibwaren Miller sowie der Zeitungsverlag Miller mit seinen Zeitungen. Auch die Firma Anzeigen Zander ist hier mit vertreten.Die Werbegemeinschaft Traunstein präsentiert sich mit der „Traunsteiner Märchenwelt“ dem interessierten Messepublikum. In Halle 10 werden die ersten Figuren vorgestellt, die in Traunstein zur Weihnachtszeit in der Innenstadt aufgestellt werden. Merk lies sich mit einer grünen Zwergenmütze von Verlagsleiter Thomas Miller in die Märchenwelt „entführen.“
Die erfolgreiche Aktion „Wie fit ist Traunstein?“ wurde auch in diesem Jahr wieder durchgeführt, und brachten so manchem Sportverein zusätzliche finanzielle Mittel für die Jugendarbeit. Um den Eltern das entspannte „Bummeln“ durch die insgesamt 10 Hallen und das grossflächige Freigelände zu ermöglichen besteht an Wochentagen ab 12 Uhr eine kostenlose Kinderbetreuung zu nutzen, die vom Mütterzentrum e.V. und dem Bayerischen Bauernverband angeboten wird. Eine breite Palette nimmt die Beratung und das Angebot an regenerativen Energien ein.
 
In der Chiemgauhalle wirbt u.a. die Zimmerer-Innung für eine Nutzung von Holz als Baustoff. „Kurze Wege in Transport und Verarbeitung wird unter ökologischen Gesichtspunkten immer wichtiger. Das was vor der Tür wächst wird auch regional verarbeitet.“ erläuterte Innungsobermeister Josef Lechner (Bild r.) die landkreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern als Rohstofflieferant und den Zimmereien als holzverarbeitendes Gewerbe im persönlichen Gespräch mit der Staatsministerin Dr. Beate Merk (Bild m.), als Diese den Stand der Innung besuchte.
Die bayerische Honigkönigin Christina I. aus Erding warb am Stand des Kreisbienenzuchtverbandes Traunstein für das Lebensmittel: „Honig aus Bayern hat eine hohe Qualität. Dafür werbe ich.“ Erstmalig präsentiert sich die Stadt Traunstein auf der Truna mit einem gemeinsamen Stadt der Partnerstädte und dokumentiert damit die guten Verbindungen zwischen den einzelnen Städten. Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke brachte das Angebot der Aussteller bei der diesjährigen Gewerbeschau auf den Punkt: „Von A wie Alarmanlagen bis Z wie Zeitungsverlage ist bei der XVI. Truna alles vertreten.“
|